Wie altersfreundlich ist das Leben in der Gemeinde Oyten? Dieser Frage ist die Gemeindeverwaltung in diesem Jahr mit einer umfassenden Befragung der Senior*innen nachgegangen. Alle Bürger*innen ab 65 Jahren hatten die Möglichkeit, ihre Zufriedenheit und ihre Wünsche rund um das Leben in Oyten zu äußern. Jetzt liegen die Ergebnisse vor – mit einem insgesamt sehr positiven Fazit.
Von rund 3.500 angeschriebenen Personen beteiligten sich 952 Seniorinnen und Senioren an der Umfrage. Damit liegt die Rücklaufquote bei etwa 27 Prozent. „Wir freuen uns sehr über diese gute Beteiligung“, sagt Bürgermeisterin Sandra Röse.
Hohe Zufriedenheit und positives Miteinander
Die Auswertung zeigt: Die große Mehrheit der Senior*innen fühlt sich in Oyten wohl. Die Gesamtbewertung der Lebensqualität liegt deutlich im positiven Bereich. Besonders erfreulich sind die Rückmeldungen zur Wohnsituation und zum sozialen Miteinander. Fast alle Befragten empfinden ihr Zuhause als gut zugänglich, und auch die finanzielle Situation wird überwiegend positiv eingeschätzt.
Ein zentrales Ergebnis ist zudem das Thema Respekt und Wertschätzung. Nur ein sehr kleiner Teil der Befragten gibt an, sich aufgrund des Alters benachteiligt zu fühlen.
Jennifer Frank, Fachbereichsleitung Bildung- und Gebäudemanagement:
„Es ist schön zu lesen, dass sich die Menschen über 65 Jahre bei uns in der Gemeinde respektiert und eingebunden fühlen.“
Interesse an neuen Wohnformen
Ein weiteres wichtiges Ergebnis der Befragung ist das wachsende Interesse an alternativen Wohnformen im Alter. Bürgermeisterin Sandra Röse sieht hier eine klare Aufgabe für die Gemeinde:
„Die Umfrage zeigt, dass sich viele Seniorinnen und Senioren Gedanken über neue Wohnmodelle machen. Dieser Impuls ist für unsere Aufgabe der Gemeindeentwicklung sehr wichtig. Darin liegen Chancen für Oyten.“
Verbesserungsbedarf, insbesondere beim Nahverkehr
Neben den vielen positiven Rückmeldungen macht die Umfrage auch Handlungsbedarf sichtbar. So wünschen sich zahlreiche Seniorinnen und Senioren mehr Angebote zur sozialen Teilhabe. Auch die Barrierefreiheit im öffentlichen Raum wird nicht überall als ausreichend wahrgenommen.
Ein wichtiges Thema ist zudem der öffentliche Personennahverkehr. Nur rund 60 Prozent der Befragten empfinden diesen als gut erreichbar und leicht nutzbar – mit deutlichen Unterschieden zwischen den Ortsteilen.
Nächste Schritte
Die Ergebnisse der Befragung wurden bereits mit dem Seniorenbüro und dem Beauftragten für Menschen mit Behinderung besprochen und im zuständigen Ausschuss vorgestellt.
5 Fäden sollen nun aufgenommen werden.
So wird die bestehende Arbeitsgruppe um die Ortsvorsteher erweitert, um Verbesserungspotenziale gezielt zu identifizieren und weiterzuentwickeln – etwa zur Stärkung der sozialen Teilhabe oder zur Verbesserung von Mobilität und Erreichbarkeit.
Als kurzfristige erste Maßnahme ist zudem die Planung einer Seniorenwoche vorgesehen. Diese soll sich insbesondere den Themen Gesundheit und Teilhabe widmen und dabei auch Angebote für Menschen mit Behinderungen berücksichtigen. Geplant ist ein vielfältiges Programm aus Mitmach-, Beratungs- und Informationsangeboten, das über das gesamte Gemeindegebiet verteilt im Jahr 2027 stattfinden soll. Die Umsetzung erfolgt in enger Zusammenarbeit mit dem Seniorenbüro und dem Beauftragten für Menschen mit Behinderung.
Darüber hinaus soll die Seniorenbefragung künftig regelmäßig wiederholt werden, um Entwicklungen frühzeitig zu erkennen und Angebote bedarfsgerecht weiterzuentwickeln. Der Fachausschuss hat hierfür einen Turnus von fünf Jahren vorgeschlagen.
Zudem wird die Verwaltung das hohe Interesse an seniorengerechten Wohnangeboten aufgreifen und hierzu einen Vorschlag in die politische Beratung einbringen.
Da sich diese Form der Befragung auch auf andere Zielgruppen übertragen lässt, wurde die Verwaltung außerdem beauftragt, ähnliche Formate für Jugendliche und junge Familien zu entwickeln. Auch dies könnte ein spannendes Projekt für das Jahr 2027 werden